Erschienen im ZEITmagazin Nr. 25/2019
Von Helmut Pfleger
Am 4. Mai spielte ich beim Schachclub Sottrum nahe Bremen zu dessen 60-jährigem Jubiläum simultan. Wie schon bei der 30-, 40- und 50-Jahr-Feier, wir wollen das bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag fortführen; nur fürchte ich, dass der Schachclub den längeren Atem hat. Diesmal war freilich etwas anders.

Marco Bode, die Ikone von Werder Bremen, ehemaliger Fußballnationalspieler und jetziger Aufsichtsratsvorsitzender, aber auch sehr guter Schachspieler, spielte mit mir simultan. Wir gingen hintereinander durch die Reihen und zogen abwechselnd. Auf einen Zug von ihm folgte einer von mir und vice versa, meist ergänzten sich unsere Pläne bestens. Allerdings ließ er mich dann allein, weil er zum Bundesligaspiel von Werder Bremen gegen Borussia Dortmund musste – anscheinend ist Fußball zuweilen doch noch wichtiger als Schach.

Nicht jedoch am 20. Juni. Am nächsten Donnerstag werden etwa 1.000 Grundschüler auf dem Platz vor dem Bremer Rathaus Schach spielen, Höhepunkt einer Initiative „Schach macht schlau“ von Marco Bode, bei der in 75 Schulklassen mit 1.500 SchülerInnen regelmäßig eine Stunde Schach im normalen Unterrichtsplan gespielt wird – das Projekt mit Unterstützung der kindgerechten Fritz & Fertig-Programme lässt sich prächtig an. Zurück nach Sottrum. Vor dem Simultan spielte Marco Bode eine Blitzpartie gegen Sottrums Spitzenspieler Ralph Freuer. Mit welcher Kombination konnte er als Weißer einen Bauern zurückerobern?

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