Ein sportlicher Yak, ein Affentorwart und ein Qualm namens Freddi, der im Suppentopf wohnt: Fantasievolle Geschichten von A bis Z, geschrieben von Kindern für Kinder, machen die Initiative „Das erste Buch“ aus. Bei dem Leseförderungsprojekt macht die Stadt Gütersloh als einzige in OWL mit. Gestern war Buchübergabe in einer der teilnehmenden Grundschulen.

Projekt an Grundschulen fördert Kreativität

In gelben oder hellblauen T-Shirts ziehen Erst- und Viertklässler der Gütersloher Kapellenschule in die Turnhalle ein, winken den Gästen zu, lächeln. Die Vorfreude ist den Mädchen und Jungen anzusehen, denn sie bekommen heute ein Geschenk: „Das erste Buch“. Die Viertklässler, die im vergangenen Schuljahr Geschichten geschrieben und Bilder gemalt hatten, und die Erstklässler, die mit dem farbenfrohen Schmöker fürs Lesen begeistert werden sollen, hocken sich auf den Turnhallenboden. Noch trennen sie einige Redebeiträge davon, endlich die Bücher in orangefarbener Aufmachung in Empfang zu nehmen.

Hermann Schünemann, Vorstandsmitglied des Vereins „Das erste Buch“ und Verleger aus Bremen, wo vor zehn Jahren das allererste „erste Buch“ realisiert wurde, versorgt die kleinen und großen Zuhörer zunächst mit Zahlen: In den teilnehmenden Städten Bremen, Oldenburg, Bremerhaven, Essen und Gütersloh sowie den Kreisen Leer und Osnabrück habe sein Verein mittlerweile 190.000 Bücher verschenkt – mit einem Verkaufswert von 1,8 Millionen Euro.

500 Kinder haben an dem aktuellen Buch mitgearbeitet

Sandra Schlimm, Geschäftsführerin des Gütersloher IT-Dienstleisters AOV, der das Buchprojekt mitgesponsert hat, sagt, dass in Gütersloh 1.870 Bücher an 80 Klassen verschenkt werden. Auf die vergangenen vier Jahre gerechnet – das Leseprojekt gibt es im vierten Jahr in der ostwestfälischen Stadt – seien inzwischen 8.000 Bücher auf der Reise. Peter Sondermann, Leiter der Gütersloher Grundschule Heidewald, betont stellvertretend für alle Einrichtungen in der Stadt, dass 500 Kinder an dem aktuellen Buch mitgearbeitet haben. Und Bürgermeisterin Maria Unger liest aus dem Schmöker – eine Geschichte über ein Badeschaummonster, verfasst von Eliza aus der Kapellenschule.

Kurze Zeit später, nachdem Joachim Martensmeier, Dezernent für Bildung, Jugend, Familie und Soziales, verkündet hat, dass die Bilder, die es nicht ins Buch geschafft haben, bald im Gütersloher Rathaus ausgestellt werden, ist der ersehnte Moment für die Mädchen und Jungen gekommen: Die Bürgermeisterin, der die Kinder nun entgegenstürmen, verteilt die Bücher.
Kaum haben die Mädchen und Jungen ihr Geschenk in Empfang genommen, machen sie es sich auf dem Boden oder auf Bänken gemütlich, blättern zwischen A wie Astronaut und Z wie Zebrastreifen, entdecken unter den Texten und neben den Bildern Namen von Mitschülern und quasseln aufgeregt.

Der sechsjährige Eamon bleibt beim Durchblättern beim Buchstaben F stehen, schaut sich das dazugehörige Bild an, auf dem Oliver aus der Hundertwasser-Schule eine Flohmarkt-Szenerie wiedergegeben hat. Eine Schülerin kichert über den Pupswünscher, ein Junge betrachtet längere Zeit die grünen Marsmännchen zur Geschichte „Leo und die Rakete“. Ganz ernst schaut sich die sechsjährige Celine ihr Geschenk an. Wenige Augenblicke später müssen die Kinder zurück in die Klassenzimmer – ihre neuen Bücher ganz fest in den Händen.

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